
Der Einfluss von LOD 400 auf den ROI der Kollisionsprüfung
Wenn Bauherren mit den Mehrkosten zwischen LOD 300 und LOD 400 konfrontiert werden, entscheiden sie sich oft reflexartig für die niedrigere Detailtiefe, um Survey-Kosten zu sparen. Das ist ein teurer Irrtum. In diesem Beitrag werten wir drei Industrieprojekte aus und zeigen, welchen realen Return on Investment LOD 400 durch bessere Kollisionsprüfung erzeugt.
Was ändert sich zwischen LOD 300 und LOD 400?
Auf LOD 300 werden Leitungen, Kanäle und Kabeltrassen mit korrekter Führung und Nennmaßen modelliert. Auf LOD 400 werden dagegen fertigungsgerechte Geometrien modelliert, einschließlich Flanschen, Dämmstärken, Halterungen und Stahlunterkonstruktionen. Diese zusätzliche Modelltreue macht Konflikte sichtbar, die bei LOD 300 geometrisch unsichtbar bleiben.
Projektdaten aus drei Industrievorhaben
Über drei Projekte hinweg, eine Pharmaanlage in Leverkusen, eine Chemieerweiterung in Ludwigshafen und das Turbinenwerk Stuttgart, verglichen wir Kollisionen im LOD-300-Umfang mit Konflikten, die ausschließlich bei LOD 400 erkennbar waren. Im Mittel lieferte LOD 400 3,2-mal mehr tatsächlich bearbeitbare Kollisionen. Bei durchschnittlichen Nacharbeitskosten von 4.800 € pro Konflikt führte die zusätzliche Survey-Investition von 22.000 bis 45.000 € zu einer mittleren Nettoersparnis von 430.000 €.
Die versteckten Kosten: Terminverschiebung
Reine Kostenzahlen unterschätzen die Folgen einer übersehenen Kollision. In unserem Datensatz führten Konflikte auf der Baustelle zu durchschnittlich 8,3 Arbeitstagen Verzögerung pro Ereignis. Auf dem kritischen Pfad kann daraus schnell eine Vertragsstrafe werden, die die eigentlichen Nacharbeitskosten deutlich übersteigt. LOD 400 ist daher kein Premium-Extra, sondern der vernünftige Standard für komplexe MEP-Umgebungen.
Aus Sicht der Gesamtbetriebskosten ist das Engineering-Argument für LOD 400 eindeutig. Für industrielle und infrastrukturelle Projekte mit hoher MEP-Dichte empfehlen wir LOD 400 als Mindeststandard. LOD 300 sollte auf einfache strukturelle Dokumentationen begrenzt bleiben.


