Digitale Zwillinge in der Infrastruktur: Mehr als schöne Visualisierungen
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Digitale Zwillinge in der Infrastruktur: Mehr als schöne Visualisierungen

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Dipl.-Ing. Thomas Bauer
Lead Scan-to-BIM Engineer · 10. November 2023

Der Begriff Digital Twin ist vielerorts mit Marketing-Sprache überlagert worden. Im Infrastrukturbereich liefert ein assetgenauer Twin auf Basis registrierter Punktwolken und Live-Sensordaten jedoch längst messbaren Mehrwert in Instandhaltung, Kapazitätsplanung und Einsatzsteuerung.

Was macht einen Digital Twin wirklich aus?

Ein Digital Twin ist nur so gut wie seine Geometrie und die Aktualität seiner Daten. Ein statisches BIM-Modell von 2015 ist kein echter Twin, sondern eine historische Aufnahme. Erst regelmäßige Re-Surveys, fest installierte Sensorik oder die Kombination aus beidem erzeugen ein Modell, auf dem operative Entscheidungen belastbar getroffen werden können.

Drei aktuelle Anwendungsfälle

Wir begleiten derzeit drei operative Programme: ein 42-km-Brückeninventar für eine Bundesbehörde, einen Tunnel-Twin für das Schienennetz der Deutschen Bahn sowie ein monatliches Monitoring-Programm für Kaimauern in der HafenCity. In allen Fällen liefert der Twin nicht nur Visualisierung, sondern belastbare Entscheidungsgrundlagen für Unterhalt und Risikoanalyse.

Digitale Zwillinge in der Infrastruktur sind keine Zukunftsmusik mehr. Sie sind dort produktiv, wo Asset Owner ihre Instandhaltung konsequent datengetrieben organisieren. Die Einstiegshürde ist geringer als viele vermuten, der ROI oft innerhalb von zwei Jahren sichtbar.